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Programmiersprachen und Übersetzer
Computermuseum
Ein Paradoxon?
Ein Computermuseum ist eigentlich ein Paradoxon: Obwohl der erste
frei programmierbare Computer erst 1941 gebaut wurde, ist es aus mehreren
Gründen absolut unmöglich, eine einigermaßen repräsentative Auswahl
von Artefakten zusammenzustellen:
- Die Computer der ersten Stunde waren Unikate, die nach
einer gewissen Gebrauchsdauer wieder demontiert wurden.
- Bis zum Anfang der 1970er Jahre waren industriell hergestellte und
vertriebene Computer
sog. mainframes, die jeweils ganze Hallen füllten. Solche
Artikel lassen sich nicht mit vertretbarem Aufwand sammeln.
Heute sind Computer in aller Regel embedded systems,
d. h. sie tun ihren Dienst als Bestandteil komplexer Maschinen und
Apparate (Autos, Waschmaschinen, Videorekorder, Mobiltelefone, ...)
und sind meist nach außen gar nicht sichtbar. Andererseits verstehen
viele Menschen unter "Computer" ihren PC, ihr Notebook, ihren PDA.
Im bescheidenen Computermuseum des Wilhelm Schickard
Instituts haben wir uns auf die Dokumentation zweier Revolutionen
in der Computertechnik konzentriert:
- 1957 gründen Kenneth Olsen und Harlean Anderson die Firma DEC
(Digital Equipment Corporation) mit dem Ziel, kleine Computer
herzustellen, die für Büro und Labor ohne eigenes Bedienpersonal und
ohne Klimatisierung geeignet waren. 1960 brachten sie ihre PDP
1 auf den Markt (Programmed Data Processor) und
revolutionierten damit die Vorstellung von Computern. Statt riesiger
Maschinen mit Preisen im Millionen-Dollar-Bereich zogen nun die PDPs
in die Universitäten, Labors und Fabrikhallen ein. Das WSI zeigt drei
interessante Maschinen aus der DEC-Fabrik.
- 1971 kam der erste Mikroprozessor auf den Markt, d. h. im
wesentlichen eine CPU (Central Processing Unit) auf einem einzigen
Chip. Im Umkreis der besten amerikanischen Universitäten entstanden
sofort Computerclubs, deren Mitglieder das Ziel hatten, einen eigenen,
möglichst selbstgebauten Computer zu Hause zu haben. Bald gab es
Firmen, die diesen Bedarf an Hobbycomputern industriell befriedigten:
Apple, Tandy Radio Shack, Commodore und
andere. Der Einzug von IBM in den Mikrocomputermarkt adelte diese Maschinen
und verwandelte sie von Hobbycomputern in seriöse "Personal Computer".
Ken Olsen von DEC verschlief diesen Trend; für ihn waren PCs
nur Spielzeuge im Vergleich zu den ernsthaften Maschinen zum
Geldverdienen, die er baute. Letztlich führte diese Fehleinschätzung
zum Untergang von DEC, die sich viel zu spät und dann auch noch falsch
auf dem PC-Sektor engagiert hatten. Das WSI zeigt einige Exponate
aus der PC-Welt.
Exponate
Am WSI sind die folgenden Computer ausgestellt:
- PDP 8/e (1970)
- Apple IIeuroplus (1978)
- Commodore PET 2001 (1977)
- PDP 11/34 (1979)
- Sinclair ZX 81 (1981)
- VAX 11/730 (1982)
- Commodore C64 (1982)
- Epson HX-20 (1982)
- IBM PC XT (5160) (1984)
- Atari 1040 ST (1986)
- Robotron A5105 BIC Bildungscomputer (1989)
- Apple Mac SE/30 (1989)
- Apple Powerbook 190 (1995)
- Xybernaut Mobile Assistant MA IV (1999)
Lage und Öffnungszeiten
Das Computermuseum befindet sich auf der 2. Etage am Schnittpunkt
der Gebäude Sand 1, 13 und 14 (siehe Skizze).
Es ist an allen Arbeitstagen zwischen 8 und 18 Uhr frei
zugänglich.
In besonderen Ausnahmefällen können Führungen mit Prof. Klaeren
vereinbart werden.
Poster aus der Ausstellung
(Adobe Acrobat Reader erforderlich)
Adresse
- Prof. Dr. Herbert Klaeren
- Universität Tübingen
- Wilhelm-Schickard-Institut für Informatik
- Sand 13
- D-72076 Tübingen
- Germany
- Fon:
- +49 7071 29-78955
- Fax:
- +49 7071 29-5082
Last modified: Wed Nov 1 22:37:46 MET 2006
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